Politik soll Spaß machen

Ich mache Politik als Hobby. Es ist Ehrenamt, und als solches soll es Freude machen. Ideen zusammen mit Gleichgesinnten entwickeln, sich mit seinen Fähigkeiten zum Wohl der SPD einsetzen, nicht zuletzt mit Bürgern ins Gespräch kommen und schlussendlich sein Umfeld gestalten und zum Positiven verändern. Das mit Gestalten, die das ebenso, mit Freude, tun, das ist für mich Politik.

In der letzten Zeit habe ich genau das gefunden: ein Ort, an dem all das möglich ist. Wo ich mich willkommen fühle, da, wo Heimat wirklich greif- und vor allem fühlbar ist – auch abseits der Politik.

Das ist Niendorf.

Es ist nicht mehr der Kreis Segeberg, wo Ideen oft genug nicht über den „gut gemeint“-Status hinauswuchsen, wo man sich über ungeregelte Zuständigkeiten streitete (deutlich zu oft und deutlich zu unsinnig lang, mit deutlich zu absurden Unterstellungen), wo die Anwesenheit bei Vorstandssitzungen über Wohl und Wehe einer Idee entschied (oder es den Anschein machte) und man es zuließ, daß freie Wählergemeinschaften Strukturen der SPD missbrauchen können. Ich hatte mich wirklich auf den Job, der jetzt wohl abgeschafft werden soll, gefreut: Pressereferent wollte ich wirklich gerne werden, die Kombination aus Text und Bild, der Möglichkeit, Werbung und Politik miteinander kommunikativ zu verbinden – das sehe ich heute noch als spannende Aufgabe an.

Es muss aber ein Umfeld vorhanden sein, das genau das ermöglicht. Als einfaches Mitglied habe ich in Niendorf und als Mitarbeiter bei Tim Stoberock, MdHB, in Poppenbüttel deutlich mehr Möglichkeiten als als Pressereferent im Kreisverband Segeberg, genau diese Kombination aus Text, Bild und politischer Botschaft auch zu verwirklichen.

Man arbeitet offen, direkt und vor allem professionell für den Erfolg der SPD, hier in Hamburg.

Einfach, ehrlich, effizient – damit bin ich angetreten. Effizient kann man Öffentlichkeitsarbeit nicht machen, wenn man sie intern auf mehrere aufteilt und eine klare Aufgabenteilung nicht zulässt. Dann geht’s drunter und drüber, jeder fühlt sich zeitgleich zuständig – oder keiner. Einfacher wird es damit nicht, gerade wenn Ideen dazu jahrelang, ähnlich einer Behörde, aufgeschoben werden und schlussendlich pünktlich zur Kommunalwahl die Website offline geht, für die man sich zwar qua Amt verantwortlich zeichnet (und sie zwei Jahre lang auch modernisieren wollte), leider aber effektiv dort gar nichts zu melden hat. Ehrlich muss ich sagen: Wer Strukturen in diesem Umfang zulässt und sie trotz häufigen Hinweisen nicht verändert, der macht es politischen Mitkonkurrenten leicht. Wer die wichtige Scharnierfunktion der Kreisverbände zwischen Land und Ort als nurmehr ausgelagerte Parteiverwaltung begreift, der vergibt sträflich Chancen und macht die SPD unattraktiver als sie ist. Die CDU ergreift diese Chancen. Die Wahlniederlagen sind so, meines Erachtens, zu einem Großteil hausgemacht.

Ich gebe zu: ich hatte was vor. Ich wollte die Dinge verändern und die SPD im Kreis erfolgreicher machen. Vielleicht bin ich dabei manches Mal zu forsch vorgegangen. Mir lag es immer fern, gewachsene Strukturen zu zerstören oder Personen Dinge wegzunehmen, für die sie brannten – verbessern wollte und will ich sie aber stets. Das war und ist mein Antrieb.

Lange Rede – Danke fürs Durchhalten – kurzer Sinn: Es wäre unfair, jetzt auf zwei Hochzeiten zu tanzen. Meine Heimat ist Hamburg. Mein Herz liegt in Hamburg. In meinem Distrikt bin ich willkommen. Das Abgeordnetenbüro fordert mich – mit Hamburger Themen.

Auf der anderen Seite sehe ich viele Baustellen, vieles, was ungeordnet ist und leider über Jahre auch so blieb, politische Arbeit, die nicht in die Gänge kommt und und und.

Deshalb trete ich jetzt zurück. Ich bleibe allen natürlich über viele Wege – soziale Medien, E-Mail, SMS und Telefon – erhalten.

Ich möchte hier – das ist mir wirklich wichtig – klarstellen, daß es nicht die Menschen sind, die mir diesen Schritt jetzt so einfach und fast leicht machen. Es sind die Strukturen.

Danken möchte ich Dietrich, der in bravouröser Manier unsere Geschäftsstelle leitet, der stets ein wunderbar souveräner Ansprechpartner war und es hoffentlich noch lange bleibt; ich erinnere viele gute Debatten (gerade die, die mit Herzblut geführt wurden), und die vielen Kontakte, die ich schmieden durfte.

All das bleibt erhalten.

Wenn der neue Kreisvorstand Ende September in Amt und Würden ist, wird es natürlich eine geregelte Übergabe geben – ich danke für die Erfahrungen und bin als nun Siebter, der nun vorzeitig geht, ja auch nicht ganz allein.

Macht’s gut!

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